Von Balloon Mapping und der Sicht von oben

skyEin Artikel in der Zeit über Grassrotts-Mapping zeigt wie allmählich die Bastion der Datensammlungen, die vormals eher Staaten oder mächtigen Unternehmen vorbehalten waren, in vereinfachter Weise von Laien zusammengetragen werden können. Der Guide von grassrootsmapping.org zeigt wie es geht. Archiviert werden die Daten unter http://publiclaboratory.org/archive zu einer Sammlung an Luftbildern. Viel interessanter als die (günstige) Technik die diesem Verfahren zugrunde liegt, ist die Entwicklung von Möglichkeiten der Datenerfassung von privaten Personen, ohne die Vorraussetzung, großer finanzieller Ressourcen oder besonderem Know-How auf diesem Gebiet. Ein weiterer Trend in der Datenerfassung ist der Einsatz von Drohnen aus Bastlerhaushalten. Artikel dazu gibt es zu Hauf im Netz. Besonders in Gebieten die durch staatliche Gewalt,  eine Erfassung wie beispielsweise Videoberichterstattung verhindern, können diese Pioniertechniken eine enorme Bereicherung  für den Journalismus oder politische Aktionen darstellen. Still und leise hat der Bundestag dazu ein Gesetz verabschiedet, was auch den Einsatz gewerblicher und privater Drohnen erlaubt. Dies war bisher nur staatlichen Stellen in vollem Umfang erlaubt. Auch hier steht neben dem nerdigen Spass an der Technik der Aspekt der Datenbeschaffung von unten im besonderen Fokus. Gleichzeitig steigt mit dieser Möglichkeit die Notwendigkeit des Dialoges in einer Gesellschaft, welche Nutzungen für welche Zwecke akzeptabel sind und welche nicht.  Man darf gespannt sein, welche pragmatische und gleichzeitig sozial-sensiblen Standpunkte sich zwischen der “Wow!Anything-goes!”-Mentalität und der Vision einem von Drohnen und Mapping-Ballons verdunkeltem Himmel, sich in Zukunft herauskristallisieren werden.

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